Hypnose im Dienste der Meditation

Für die Bewusstseinsarbeit gibt es nichts Wichtigeres als Hypnose/Selbsthypnose. In der Hypnose und Selbsthypnose lernt man, in tiefer Entspannung mit dem Körper und dem Verstand zu kommunizieren. Nur dort kommt man an das Unbewusste heran.

Wenn man die Selbsthypnose beherrscht, kann man viel leichter, in eine tiefe Meditation kommen. Und nicht nur in die Meditation. Man kommt an die tief sitzenden Verhaltensmuster heran, zu denen man sonst keinen Zugang hat und kann diese eliminieren.

In den östlichen Kulturkreisen wurde in früheren Zeiten Hypnose überall genutzt. Im Osten wurde fast in jedem Ashram mit der Hypnose gearbeitet. Was viele nicht wissen – nicht nur im Osten – auch im Westen fand und findet die Hypnose eine große Beachtung. Die großen Psychoanalytiker des letzten Jahrhunderts wie Sigmund Freud oder Carl Gustav Jung  haben sich auch der Hypnose bedient. Sigmund Freud hat in seinen jungen Jahren sehr intensiv mit der Hypnose gearbeitet – für Freud war offensichtlich die Hypnose ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Psychoanalyse.

Was ist nun das Geheimnis der Hypnose?

Das Geheimnis der Hypnose ist, dass man in der Hypnose zum Unbewussten kommt und dann kann dort am Unbewussten „gearbeitet“ werden. Man kann im Unbewussten wie eine Art „Samen“ pflanzen und der wächst dann dort, gedeiht. Das ist das Besondere und gleichzeitig das Geheimnis der Hypnose. Das „knifflige“ daran ist nur – dass sie aber etwas Vertrauen erfordert.

Mit der Meditation ergeht es vielen so. Man meditiert, aber es gelingt einfach nicht. Es gelingt nicht, den Gedanken-Kreislauf zu stoppen und zum „Zeugen“ zu werden, einfach nur wie ein Zuschauer zu sein. Die Gedanken nehmen bei nicht wenigen Meditierenden so viel Raum ein, dass sie einfach vergessen, einfach nur zu „beobachten“. Nach der Meditation erinnert man sich vielleicht: „Ich wollte ja zuschauen, aber letztlich haben ich einfach nur weitergedacht.“ Die Hypnose kann dem Meditierenden helfen, indem es den Betrachter und die Gedanken sehr klar trennt – das wird in der Hypnose auf natürliche Art „vorgeführt“.

Für spirituelles Wachstum gibt es daher letztlich kaum was Wichtigeres und Einfacheres als Hypnose.

Was ist aber nun genau die Beziehung zwischen Meditation und Hypnose?

Man kann das am besten mit einem Beispiel erklären. Wenn man Ihnen in der Hypnose sagt, dass ihr Körper entspannt ist, dann ist das Hypnose. Vielen Menschen ergeht es so, dass sie denken, ihr Körper kann sich nicht entspannen kann. Um diese Annahme zu entkräften, ist Hypnose nötig – sonst wäre Hypnose gar nicht erforderlich. Die Vorgehensweise, die Hypnose bietet, dient nicht wirklich dazu, den Körper zu entspannen, sondern sie nimmt einfach nur den falschen Glauben, dass der Körper sich nicht entspannen kann, weg.  Osho fasst zusammen: „Your false concept will be neutralized by this false concept, and when your body relaxes, you will know it is relaxed. Relaxation is a very natural quality of the body, but you have filled yourselves with so much tension that now you have to do something to get rid of it.“

Wenn man spürt, wie sich der Körper entspannt, wie sich die Atmung entspannt, wie sich der Geist beruhigt, also solange man nach diesen „Vorschlägen/Anleitungen“ fühlt, wie sich alles entspannt – das ist Hypnose. Aber nur bis zu diesem Punkt. Sobald man spürt, wie das Fühlen nach den Anleitungen aufhört und nur noch das Bewusstsein (reines Beobachten) übrig bleibt, dann beginnt die Meditation. Es ist ganz wichtig zu verstehen, dass das bis zu diesem Punkt keine Meditation ist. Wenn man innerlich bewusst wird, wenn man anfängt, alles als Zeuge wahrzunehmen, dass der Körper entspannt ist, dass die Atmung entspannt ist, dass die Gedanken entweder aufgehört haben oder nur vorbeiziehen, dann ist das Meditation. Zusammengefasst –  mit dem Beginn des Beobachtens, dem Zustand des Beobachtens beginnt auch die Meditation.

Quellennachweis:

Osho „Beyond Psychology, Chapter 44, Q 2“ sowie „And Now And Here, Chapter 4, Returning to the Source, Q. 2“ 

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